TU Berlin

Fachgebiet ExplorationsgeologieOPAL Gas-Pipeline

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Tiefer Blick unter die Erde

Bauarbeiten bei Hangelsberg
Bauarbeiten bei Hangelsberg
Lupe

Geologen der TU Berlin nutzten den Bau der OPAL Gas-Pipeline für Untersuchungen der eiszeitlichen und nacheiszeitlichen Entwicklung Nordostdeutschlands.

 Seit Ende 2011 fließt das Erdgas durch die Erdgasleitung OPAL, die südliche Anbindung der Ostseepipeline, von Greifswald bis nach Tschechien. Durch den 470 Kilometer langen und drei Meter tiefen Graben entstand während der Bauarbeiten ein einmaliger geologischer Aufschluss. Er bot den Mitarbeitern der TU Berlin auch die Gelegenheit, in die Erdgeschichte quer durch Ostdeutschland zu schauen. Mit Spaten, Messgeräten, Gummistiefeln und Helm waren Dr. Olaf Juschus und Dr. Robert Bussert während der OPAL-Bauarbeiten in Brandenburg den Hinterlassenschaften der letzten etwa 140.000 Jahre im Pipeline-Graben auf der Spur. Die sedimentologischen Untersuchungen gaben ihnen wichtigen Aufschlüsse zur jüngeren Landschafts- und Klimageschichte Brandenburgs.

Mit ihren Untersuchungen mussten sich die Forscher beeilen. Die OPAL-Leitung wurde aus einzelnen, 18 Meter langen und 15 Tonnen schweren mit Gummi ummantelten Stahlrohren zu Segmenten von mehreren hundert Meter Länge zusammengeschweißt, die am Stück in den Graben gehoben wurden. So öffneten sich den Forschern meist nur kurze Zeitfenster, in denen vor Ort Proben genommen und Bestandsaufnamen durchgeführt werden konnten, bevor der Graben nach wenigen Tagen wieder geschlossen wurde.

Die Arbeiten wurden von der WINGAS GmbH finanziell unterstützt.

„Insgesamt sind wir sehr froh über diese Kooperation mit der, die zusammen mit der E.ON Ruhrgas AG das OPAL-Projekt durch-führt. Sie ermöglicht uns diesen aktuellen Blick in die jüngere Erdgeschichte seit der letzten Eiszeit. Das bisherige Kartenmaterial ist bruchstückhaft und darüber hinaus auch schon mehr als 50 Jahre alt.“

Wenn im Herbst 2011 das erste Erdgas durch die OPAL fließt, werden sicher auch schon neue Ergebnisse zur eiszeitlichen und nacheiszeitlichen Geschichte Brandenburgs vorliegen.

Artikel zur OPAL-Trasse:
Neubrandenburger Geologische Beiträge – Band 11
Seite 29-44
ISSN 1616-959X

Autor: O. Juschus

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